Roboterbilder zwischen Wissenschaft und Kunst.

Zwei Roboter zeichnen und malen: e-David, ein industrieller Koloss, programmiert vom Computergraphiker Oliver Deussen und seinem studentischen Projektteam, und Paul, ein graziler Nervöser, kleiner Bruder des Künstlers Patrick Tresset. Die Ausstellung ermöglicht einen Blick auf unterschiedliche Formen robotischer Bildproduktion. Sie lädt Besucherinnen und Besucher ein, einem namenlosen Stellvertreter von e-David bei der Arbeit zuzuschauen, sich spielerisch an technische Hintergründe heranzutasten und sich von Paul porträtieren zu lassen.

Unter der Leitung von Albert Kümmel-Schnur, Oliver Deussen und Patrick Tresset organisierten Studierende aus den Studiengängen Literatur-Kunst-Medien und Information Engineering gemeinsam die interaktive Ausstellung, die sich mit dem derzeitigen Stand der Technik von robotischer Bildproduktion auseinandersetzt.

Roboterbilder entstehen im Spannungsfeld von strikten Regeln und mehr oder weniger großen Freiheitsgraden, die ihnen die jeweiligen algorithmischen Steuerungen zugestehen. Damit variieren Roboterbilder ein grundsätzliches Thema der Kunst seit der klassischen Moderne: die Abkehr von den Zwängen der Akademie, des kulturell Normierten oder Akzeptierten und die Suche nach buchstäblich ungesehenen Momenten, Bildideen, die Künstlerinnen und Künstler nur in der Hingabe an die Kräfte des Chaos und des Zufalls, des Unverfügbaren eben, entwickeln können.

In dieser Ausstellung zeigt Patrick Tresset die Ergebnisse seines neunmonatigen Aufenthalts an der Universität Konstanz und seiner Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Deussen (Computergrafik). Der Forschungsaufenthalt fokussierte auf die Entwicklung von neuen Algorithmen zur Steuerung des malenden Roboters e-David an der Universität Konstanz. Der Stil der ausgestellten Porträts orientiert sich an den Meistern des Frühimpressionismus und kombiniert dies mit der Bildsprache früher Computergrafiken und von Tressets eigenem Zeichenstil.

Drei von Tressets Robotern „Paul the robot“ werden in der Ausstellung präsent sein. Angelehnt an die 2012 präsentierte Installation „5 Robots Named Paul“, welche von der Tate Modern Gallery in London unterstützt wurde, werden Besucher die Möglichkeit haben, sich von den drei Robotern gleichzeitig porträtieren zu lassen und diese Zeichnungen zu kaufen.

Die Ausstellung wurde vom Zukunftskolleg der Universität Konstanz finanziert, sowie durch das Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft der Stadt Konstanz unterstützt.

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